Ein Wochenendausflug! Gemeinsam mit Ziad, einem Deutschlehrer des Instituts in unserem Alter, seiner Freundin und der anderen Praktikantin sind wir nach Sonargaon gefahren. Die erste Hauptstadt Bangladeshs liegt ca. 1 h von Dhaka entfernt. Mit dem Auto und Ziads Fahrer (viele haben ihren eigenen Fahrer hier) fuhren wir raus aus der Stadt. Dhaka schien kein Ende zu nehmen. Ewige Staus, Häuserreihen und kein grünes Land. Nachdem wir es endlich auf den Highway geschafft hatten, erreichten wie das kleine Dorf Sonargaon.
Wir besuchten das „Lok Shilpa Jadughar“ (Folk Arts Museum), das sich in einem kleinen, langsam zerfallenen Palast, umgeben von einem großen Park befindet. Üblich ist, dass die Einwohner Bangladeschs weniger bezahlen als wir Touristen.
Bangladeschis 10 Taka, Touristen 100. Vom Museum konnte man hier nicht wirklich sprechen, wenn man hinter einer Vitrine einige verstaubte Waffen, Körbe etc. findet, die mit „Waffe“, „Korb“ betitelt werden. Mir wurde erzählt, dass einige Gegenstände nicht mal aus alten Zeiten bestehen, sondern an diesem Ort nachgefertigt werden.
Nach einem kleinen Spaziergang durch den Park und den Genuss der frischen Luft auf dem Land, fuhren wir zum Nachbarort, Panam City, der im 13 Jh. errichtet wurde. Eine lange Straße mit alten Häusern. Hier sollen reiche Inder gelebt haben, die nach dem Unabhängigkeitskrieg 1971 die Häuser verließen. 
Wie eine Geisterstadt – Türen und Fenster waren zugemauert, alles schien leer – zumindest wenn man durch die Straße lief. Schaute man sich aber die Rückseite der Häuser an, so konnte man sehen, dass hier auch noch Menschen in den fast zerfallenen Gebäuden leben. Diese werden von der Regierung unterstützt und dürfen sogar offiziell dort wohnen, da sie auf der anderen Flussseite des Dorfes neue Residenzen bauen. Leider sehr traurig mit anzusehen, denn, wenn die neuen Häuser fertig sind, werden die historischen Gebäude immer mehr zu Ruinen und in Vergessenheit raten. Die Regierung kümmert sich nicht wirklich drum, dieses kulturelle Erbe zu erhalten. Einer der Bewohner zeigte uns (für ein bisschen Geld) zwei Häuser von innen. Die Architektur ist echt faszinierend. Getöntes Fensterglas zwischen verschnörkelten Eisenrahmen und viele Mosaikverzierungen, was mich sehr an Portugal erinnerte.
Highlight des Tages war, der Fahrversuch auf einer Rikscha. Gar nicht so einfach dieses Gefährt mit einer Person im Wagen zu lenken!
Mehr Bilder zu diesem Trip: https://picasaweb.google.com/pepperann20/SonargaonAndPanamCity?authuser=0&authkey=Gv1sRgCLKo0dj2583Z2wE&feat=directlink