Daily Archives: 18. September 2006

Vom Tellerwaescher zum Millionaer in Bay of Island

                                                       camille und ich!

Weiter noerdlich von Auckland liegt Northland- von vielen als eine wundervolle und einzigartige Gegend des Landes beschrieben,ist Northland auch als “winterloser Norden” bekannt – und ich mittdrin! In Kerikeri um genau zu sein, im Hinterland von Bay of Island, in Neusselands groesstem Anbaugebiet fuer Zitrusfruechte. Und in diesem kleinen verschlafenen Ort mit ca. 4100 Einwohnern hab ich zum Glueck eine Arbeit gefunden- in einem kleinen Cafe namens “Cafe Santeez & Tappas Bar”.Als mich dir Hostimuddi ,die die Jobs an alle Backpacker vermittelt zu sich rief und mir verkuendete ,dass ich doch in dem gleichen Cafe, wo auch meine Zimmernachbarin Ines arbeitet, vorbeischaun soll,war ich total ueberrascht doch noch ein Angebot erhalten zu haben. Eine Stunde spaeter wuselte ich schon mit schwarzer Schuerze ,einem Waschlappen und wachsamen Augen auf dreckiges Geschirr zum Abraeumen durch das Cafe. Meine Aufgaben sind: Geschirr einsammeln, grobes abwaschen, Geschirrspueler ein-und ausrauemen und Abtrocknen. Ein bisschen wie in Taize- big and little dishwashing! :) Leider wurde nur eine Hilfe in der Kuche (kitchenhand) gesucht und einer musste gehen (“because- your are dismissed”- *nein- scherz* aber so war es leider wirklich). Pad,meine Chefin entschied sich fuer mich ,weil ich flinker und besser als Ines arbeitete, was mich natuerlich in eine bloede Situation brachte, da ich mich mit ihr wirklich gut verstehe. Aber auch das haben wir zum Glueck friedlich regeln koennen. Da sie schon 2 Wochen zuvor in dem Cafe gearbeitet hat, entschied sie sich weiterzuziehen und mir den Job zu ueberlassen.In dem kleinen Cafe bestellt und bezahlt man seine gewuenschten Sachen gleich an der Theke und erhaelt eine Nummer ,zu der ich dann geschickt werde und das Essen servieren muss.Nun werde ich bis zum 25. September hier bleiben und ein wenig Geld verdienen.Leider kann ich nicht jeden Tag arbeiten,da die Bar nicht immer so gut besucht oder wie die Leuts hier sagen “busy” sind.

                                                  

 Naja, freie Tage fuer mich um Kerikeri zu durchstreifen und neu zu entdecken…Aber ich muss sagen,dass das nach 3 Tagen auch langweilig wird, wenn man dann schon alles gesehen hat.

Trotzdem! – Freie Zeit fuer einen kleinen Spaziergang durch einen tropischen Wald mit riesigen Baeumen, die ca. 30 m hoch sind – einfach unglaublich! Alleine entdeckte ich eine niedliche Kirche “St. James”, in der ich einfach mal die Ruhe und Stille des Ortes geniessen konnte. Danach besuchte ich das”Kemp und das Stone House”, die an einem malerischen Hafen liegen und die zwei aeltesten Haeuser Neuseelands sind. In dem Mission House (Kemphouse) hielt um 1832 James Kemp Gottesdienste und unterrichtete Maori-kinder in seiner Landessprache. Heute kann man die Originalmoebel aus der Zeit besichtigen…ganz huebsch gemacht, finde ich! :)

Das Stone House (Steinhaus) direkt naneben wurde 1832-1835 errichtet und diente damals als Laden fuer Werkzeuge und andere Handelswaren.

Desweiteren habe ich mir das Rewa’s-Village ,ein nachgebautes Maori-Dorf (kainga), wie es vor der Ankunft der Europaer ausgesehen haben mag, angeguckt. (Dazu eine Maori-Holzschnitzkunst auf meiner Fotoseite). Man findet dort Strohhaeuser, Feuerstellen, Kajaks und hat somit einen guten Einblick in das taegliche Leben der Maori.

Gestern hab ich mich das erste Mal in einen Gottesdienst von Methodisten in Kerikeri gewagt. Kaum als ich mich gesetzt hatte ,wurde ich auch schon gefragt, woher ich denn kaeme. Ausser mir sah ich leider nur aeltere Leute und 5 Kinder um mich herum ,die Jugend war gar nicht vorhanden.:( Gleich bei der Begruessung wurde ich von der Leiterin als” special guest from Germany” willkommen geheissen. Peinlich,wenn ploetzlich alle Augen auf “Die neue Fremde” gerrichtet werden – aber ich finde, im Grunde genommen total lieb,dass sie da an mich gedacht haben! Es war ein Fruehlings-Anfangs Gottesdienst und alles war wie zum Erntedankfest mit Obst und Blumen am Altar geschmueckt. Zwei Frauen hielten eine Einleitung ueber die Positionen und Aufgaben in der Gemeinde (genau das richtige Thema um einen Einblick in die Gemeinde zu bekommen) und stellten dies mit einem anfangs leeren Blumentopf ,der sich nach und nach mit immer mehr unglaublich faszinierenden Blumen fuellte und letztendlich einen wunderschoenen Strauss praesentierte, dar. Danach wurde ich noch zu einer Tasse Tee und ein paar Keksen eingeladen und alle kamen freundlich auf mich zu und fragten mich aus. Es ist schon toll,wenn man weiss, dass auf der ganzen Welt Menschen da sind,die an Gott glauben und man so herzlich aufgenommen wird und man sich heimisch fuehlen kann.

So, ausser kulturellen Beschaeftigungen verbringe ich meine Zeit in der TV-Lounge mit Leuten aus verschiedensten Laendern zusammengewuerfelt (England, Korea, Israel,Australien und Deutschland) und gucke mir teils interessante DVD’s wie “The Warrior” (ein Film ueber die Maori in Neuseeland) ,aber auch teils langweilige Filme an. Sonst verbringe ich meine Zeit mit Essen kochen (am besten etwas, was schnell zuzubereiten ist und satt macht) und mit Plaenen schmieden wie es in den naechsten Wochen weiter gehen soll.