Daily Archives: 9. September 2006

Die Baeuerin

 

Baeuerin Anne!

 Hi ihrs,

nun ist es soweit

ich habe endlich zeit!

ein zweiter Bericht folgt

nicht gezwungen- gewollt!

 

ok, werde nicht meinen ganzen bericht dichten. den Rest erzaehle euch so!

 Arbeit auf der Farm fuer Essen und eine Unterkunft (ohne einen einzigen Cent auszugeben)

Am 31.08.2006 ging es am Morgen von Paihia mit dem Bus nach Kerikeri (ich weiss, das sind immer komische Namen- entweder heissen die Doerfer Kawakawa,Kerikeri…Kaffkaff oder was weiss ich..:)) Dort angekommen,musste ich ca. 3 Stunden darauf warten ,dass ich von dem Farmer der Wwofing-Familie “Henderson” abgeholt werde. Im Auto von ihm ,dass mich Abseits von Kerikeri, weit weg von der Zivilisation brachte, erzaehlte er mir viele interessante Dinge ueber Pflanzen,Baeume und Tiere von Neuseeland. Er wusste echt alles: welches Land (z.B. Australien, Japan oder Schottland) welche Pflanze eingeschleppt hat bis hin zu historischen Gegenden und deren Geschichten ,die wir durchfuhren. Auf der ueber 20 Hectar grossen Farm, in der Naehe von dem Dorf “Rawene” begruessten mich Linda (Die Farmerin), ihre Mutter (eine alte Grossmuddi, die noch voll fit drauf war), 2 Wwoofer (eine Saechsin (Laura), mit der ich mir eine Woche ein Zimmer teilte ,einer Japanerin (Sachika)- [gesprochen: Zaschika]), 3 Hunde und 3 Katzen. Die Familie wohnt in einem grossen ,alt eingerichteten Landhaus, mit einem kleinen Anbau ,in der sich ihr Box market (Shop) befindet. Dort verkaufen sie taeglich (hab aber in der Woche aber nicht so viele Costumers gesehen) selbst gepflanzt und gepflueckte Orangen, Kuerbisse (Pumkins), Birnen, weisse Rueben (Swedes) und noch viele andere Kohlsorten ,die ich alle nicht kenne und selbst hergestellter Seife. Alles wird hier durch Sonnen- und Windenergie betrieben und gemanaged. Deswegen wird hier etwas sparsamer gelebt und jeder muss darauf achten nicht das Wasser so oft laufen zu lassen, nicht so lange oder zu oft zu duschen oder zu oft warmes Wasser zu verwenden. Das ist gar nicht zo einfach,weil man in Deutschland oft aus reiner Routine z.B. den warmen Wasserhahn zum Haendeabwaschen aufdreht. Naja, aber auch daran kann man sich mal eine Woche gewoehnen und sich anpassen. Ich bin eigentlich nach Neuseeland gekommen mit der Hoffnung Englisch zu lernen und mal keine Deutschen zu treffen, aber nun hatte ich schon wieder eine Deutsche um mich herum. Aber in der Familie wurde es so gehandhabt ,dass alle Wwoofer untereinander Englisch reden sollen, sodass keiner ausgeschlossen wird. Somit konnte ich mein Deutsch fuer eine Woche verbannen und mich auf die Englische Sprache konzentrieren. Aber ich muss sagen, dass ich in der Woche mehr mit den Wwoofern als mit der Family English geredet habe. D.h. (die meisten von euch kennen das ja) “Taizeenglisch”- man spricht Englisch,so gut wie man es gelernt hat und lernt aber nicht wirklich mehr dazu. Man uebt sich hoechsten im Reden, ist sich jedoch unsicher, ob man richtig spricht. Ich muss auch sagen, es wirklich schwer Japanisch-Englisch zu verstehen da muss man sich richtig konzetrieren. Aber in der einen Woche habe ich schon viele Vokabeln aus der Kueche, dme Garten und Feldgeraeten..etc. dazugelernt. Und dadurch ,dass ich der Familie oft beim Miteinander-Reden zugehoert habe, kann ich die Anderen nun leichter verstehen. Neuseelaender haben auch einen ganz anderen Akzent als die Briten oder Amis- sie reden sehr schnell, nuschelig, aber sie betonen die Woerter ganz anders. Das klingt unglaublich- Da macht es einem richtig Spass zuzuhoeren. Zu meiner Freude entdeckte ich im Wohnzimmer ein altes verstimmtes Klavier, das keiner in der Familie mehr benutzte. Leider hatte ich nicht so oft die Zeit zum Spielen, da ich soviel arbeiten musste. Aber das was ich noch auswendig konnte (Amelie, Lord of the Rings), konnte ich hoch- und runter Klimpern. So, mein Tagesablauf lief folgender Massen (I’m sorry – es gibt hier leider kein “SZ”) ab: 7:30 Fruehstueck (Do it yourself) , d.h. Kellogs, Toast + Peanutbutter + Jam (sehr zu empfehlen!) 8:00 alle Tiere fuettern ,die es gibt + Arbeit 10:00 Teatime 10-14:00 Arbeiten 14:00 Lunch (das bestand nur aus ein paar Sandwich, warme Mahlzeiten gab es immer erst am Abend) 14-16:30 entweder noch mehr Arbeit oder freie Zeit danach noch mehr FREETIME! Die Tiere fuettern (d.h. Huehner, Turkeys, Ducks (muscovies, Cumbles), Schafe, Kuehe, Ganse, Ziegen) war immer eine komplizierte Aktion. Am Anfang zumindest. Mit vier Eimern voller gekochtes Gemuese und Trockenfutter zottelten wir ueber die Farm von Kaefig zu Kaefig und verteilten das Essen. Jeder Wasserbehaelter und Essensnapf musste taeglich geputzt werden und jede Tiergruppe bekam eine andere Menge Futter, das wir alles auf einem langen Zettel zustehen hatten und richtig zuordnen mussten. Ohne den, haetten wir das sicherlich nicht geschafft! Aber Tiere fuettern klingt irgendwie so einfach, denkt man (ich zumindest)! Aber schafft mal gleichzeitig den Huehnern ihr Essen zu geben ohne das dir eine Ziege andauernd (nach Futter suchend) den Kopf in den Eimer steckt und ohne das die ganzen Viecher ihren Kaefig verlassen. Naja, mit einigen Tips und Tricks lief auch das reibungslos ab. Die weitere Arbeit bestand meisten aus Feldworking. Das was ich am meisten hasse, musste ich fast jeden Tag einmal ein paar Stunden durchhalten. “Weeding” (bitte nicht mit “Wedding” zu verwechseln -schoen waers!), d.h. auf Deutsch “Unkraut jaehten”. Also @ Peetzseestrasse 5- ich habe jetzt ein bisschen mehr Erfahrungen in Unkraut jaehten gesammelt. Wenn ich wiederkomme ,wisst ihr wozu ihr mich verdonnern koennt. ;) Von unglaublich vielen Feldern mussten wir Grasbueschel, Unkraut oder Sonstiges entfernen und aufm Kompost bringen. Und ich hatte das Gefuehl ,dass die Arbeit seit Monaten von keinem Anderen mehr gemacht wurde. Und als es fast so aussah als haette man alles geschafft, entdeckte man immer wieder ein neues Feld hinter der naechsten Hauseecke, was neu bearbeitet werden musste. Naja, so schlimm war das alles nun auch wieder nicht. Wir durften auch neben des Weedings neue Kohlkoepfe einpflanzen und waessern (auch das geht ziemlich auf den Ruecken), die Terasse fegen,Eier aufsammeln (Turkeys legen auch Eier,die man essen kann- das wusste ich gar nicht!) Salate waschen, Gras cutten, Stoecker aufsammeln und zum Hoehepunkt der Woche beim Schafe scheren zugucken. Zu dem Event wurden alle Schafe eingefangen und ein extra Schafecutter rasierte die Schafe mit einem elektrischen Schneidegeraet bis auf das letzte Wollhaar. Danach aehnelten sie eher Ziegen als einem Schaf mit fetter kuscheliger Wolle.Die kleinen 6-woechigen Laemmer blieben zum Glueck unversehrt!

 

Neben der anstrengenden Arbeit goennten wir uns auch einiges Entertainment wie zB. mit englischen DVD’s gucken (“The Passion”,”Phantom of the Opera”, “Sound of Music”), mit englischem Scrabble + 4 Woerterbuechern auf dem Tisch, Canaster (natuerlich von einer Odoj wieder mal beigebracht) und Gespraechen ueber Gewohnheiten, Kulturen in Neuseeland ,sowie auch in Japan und dem Glauben. Vor der koestlichen Mahlzeit (Mexikanisch, Franzoesisch doer auch mal Englisch) wurde auch immergebetet. Da fuehlte man sich da schon wieder fast heimisch und geborgen. :) Nach einer Woche easy-living ohne Internet, Empfang auf dem Handy und keiner taeglichen Dusche, machte ich mich leider ohne Aussicht auf eine neue Arbeit (hab viele Farmen aungerufen,aber ohne Erfolg!) auf dem Weg nach Kerikeri. So begann ich gestern mit sogenannten “Doorknocking” in Cafes ,um einen Job zu finden. Nun wohne ich schon seit zwei Tagen auf der Hone Heke Lodge (Backpacker Hostel) zusammen mit einer Deutschen aus Hameln in einem ziemlich luxieroesen Zimmer mit Kuehlschrank, Besteck, Toepfe und einem Tisch. Doch es ist hier nicht so einfach einen Job zu finden, denn jeder (und hier gibt es Massen von Deutschen und Koreanischen, Japanischen Backpackern) sucht nach Arbeit, um Geld zu verdienen. Aber ich werde warten und hoffe auf einem Anruf aus einem Cafe. Ich haette mich beinahe fuer das Zitronenpfluecken entschieden. Doch als gestern jeder sein Geld Cash auf die Hand bekam und alle ziemlich geschockt waren als sie nicht das versprochene Geld in der Hand hielten fuer das sie zwei Wochen hart gearbeitet hatten und etwas hintergangen worden waren, hab ich mich doch lieber entschlossen,das nicht zu machen. Sonst waere ich spaeter noch im Minus mit meinen Geld gelandet, da man ja fuer die ganze Zeit auch sein Hostel und Essen bezahlen muss. Nichtsdestotrotz mache ich weiter und lasse den Kopf nicht haengen. Mal gucken ,was ich in der naechsten Woche vielleicht finden werde. Ich bin aber nicht nur auf Arbeitsuche ,gestern habe ich mir auch ein bisschen Kultur gegoennt und bin mit Ines,die aus meinem Zimmer einen 1 1/2 h langen Track durch einen kleinen Regenwald zu den Rainbowfalls gewandert, der sich wirklich gelohnt hat. Der Wasserfall war ca. 30m hoch und ist somit mein groesster ,den ich je gesehen hab (@ Maria: ich weiss, die Wasserfaelle, die du am Laenderdreieck in Brasil gesehen hast, waren viel groesser!). Egal, waren halt trotzdem super schoen! Heute werde ich mir noch ein nachgebautes Maoridorf angucken und den restlichen Tag geniessen! Ich druecke euch alle ganz lieb! Anne