Monthly Archives: September 2006

393 km Abenteuer pur!

Sie drehte sich um! Es war Joa Reinsch aus Ostbevern - was fuer eine Wiedersehensfreude! Anne Odoj aus Berlin fiel ihr in die Arme und zusammen stiefelten sie los durch die grosse neue Welt! - Steuernummer beantragen, Konto eroeffnen, Pre-paidkarte und was ist mit einem Auto? Ganz nach dem Motto: “You are dismissed” liessen sie “weisse brasilianische” gegen “neuseelaendlische rote” Kiste antreten. Da sich Nr. II besser profilierte war die “decision” gefaellt. Ein Mayda 323 – 4 doors, petrol 91, Baujahr 1994 fuer 1400 $.
Nach einer Nacht drueber schlafen wurde das erste eigene Auto an die 2 Backpackerwomen am 27.09 uebergeben. Ein eigenes Auto: Freiheit, Unabhaengigkeit und ein Dach ueber dem Kopf – genau das was wir brauchen!
Joa: “Anne, du faehrst!”
Anne: “Und du liest die Karte!”

Nach einer tiefen Atempause auf dem 196 m hohen Vulkan Mt. Eden verliessen sie auf dem 4-spurigen Motorway links (!!!!!) die “Sky City” Auckland.
Mit der offenen Frage wie der Tag enden sollte, fuhren sie bis zum Sonnenuntergang in Richtung Norden bis sie sich auf dem “Baylys Beach” (Dargaville) wiederfanden.

                                     
Tagebucheintrag:
“Trotz Camping- und Parkverbots entschieden wir uns am Strand zu uebernachten. Kein Licht weit und breit und das Herzklopfen stieg uns bis zum Halse hoch. Ein Auto fuhr an uns zum Wasser vorbei, die Backpacker setzten sich auf die Motorhaube, fuhren rum und verschwanden wieder. Wir machten es uns mit Schlafsaecken auf den 2 Vordersitzen bequem. Doch nach einer Stunde riss mich Joa mit einem lauten: “ANNEEEEE!” aus dem Schlaf. Ein Auto! Licht! Polizei? Deckung! Kopf runter! – “Camper” – uff! Ein Glueck! Das Lustige war, dass sie mitten in der Nacht mit Neoprenanzuegen ins Meer stiegen. nach ca. 5 Stunden am Strand entschieden wir uns aber auf einen Parkplatz zu fahren, da das Meer gefaehrlich nahe kam!”
Auch Ordnung und Zeit wird auf so einer grossen Reise benoetigt. Deswegen wurden neu gekaufte Kisten gepackt, Waesche gewaschen, Reisebericht geschreiben und ein Picknick am Fluss gehalten.

                                    

Tagebucheintrag:
“Right time – right place – our guardian Angel! Heute haben wir unseren Engel mit dem Gibsarm getroffen: An unserem Auto tat sich nix. Ein Jump-start und alles war wieder gut.” 
                                                              

Auf ca. 242 km – ein Touristop im Waiphoaforest. Ein 40 min. Track zum groessten, aeltesten (1200 Jahre) Kauribaum Neuseelands, bei dem sei doch glatt 20 min. vergassen diesen einen Baum zu bestaunen, sich dafuer aber nett unterhielten.
Das Bad in den heissen, blubbernden, grauen Naturquellen liess sie in einen 12-stuendigen Schlaf fallen. Am naechsten Morgen erwachten sie auf einem Parkplatz in Paihia. Mit ausgeliehenen Fahrraedern vom Centabay Hostle erkundeten sei den am Pazifik liegenden chilligen Reise-Urlaubsort und somit verfassten WIR EUCH diesen Bericht.
393 km und keiner weiss, was auf den naechsten passieren wird….

                                  

 

Jelly-Baby

                              Ein rotes Jelly-Baby (mmmmmmmm…… leckaaa)

                                

                                       Der Blick in die Ferne of Auckland City 

                                             “und jetzt?” – “gib mal die Karte”

                             

                                  “Anne, du faehrst!” – “Und du liest die Karte!”

                    

 

keine Bange unser bericht wird heute noch geschrieben!

Auckland-Skycity

Hi ihrs,

bin jetzte in der Skycity ,mit dem tollen Skytower, von dem man bungeejumping runterspringen kann.bin gestern nach ca. 4 1/2 h stunden busfahrt und einem langen marsch mit meinem kleinen zuhause auf dem ruecken in einem hostel (Georgia) etwas abseits von der innenstadt in auckland angekommen und werde mir heute mal zeit nehmen ,die stadt anzugucken und nach einem auto zu suchen! meine reisegefaehrtin sitzt nun auch schon flugzeug,kommt aber erst uebermorgen an!

Also machts gut! Anne

Vom Tellerwaescher zum Millionaer in Bay of Island

                                                       camille und ich!

Weiter noerdlich von Auckland liegt Northland- von vielen als eine wundervolle und einzigartige Gegend des Landes beschrieben,ist Northland auch als “winterloser Norden” bekannt – und ich mittdrin! In Kerikeri um genau zu sein, im Hinterland von Bay of Island, in Neusselands groesstem Anbaugebiet fuer Zitrusfruechte. Und in diesem kleinen verschlafenen Ort mit ca. 4100 Einwohnern hab ich zum Glueck eine Arbeit gefunden- in einem kleinen Cafe namens “Cafe Santeez & Tappas Bar”.Als mich dir Hostimuddi ,die die Jobs an alle Backpacker vermittelt zu sich rief und mir verkuendete ,dass ich doch in dem gleichen Cafe, wo auch meine Zimmernachbarin Ines arbeitet, vorbeischaun soll,war ich total ueberrascht doch noch ein Angebot erhalten zu haben. Eine Stunde spaeter wuselte ich schon mit schwarzer Schuerze ,einem Waschlappen und wachsamen Augen auf dreckiges Geschirr zum Abraeumen durch das Cafe. Meine Aufgaben sind: Geschirr einsammeln, grobes abwaschen, Geschirrspueler ein-und ausrauemen und Abtrocknen. Ein bisschen wie in Taize- big and little dishwashing! :) Leider wurde nur eine Hilfe in der Kuche (kitchenhand) gesucht und einer musste gehen (“because- your are dismissed”- *nein- scherz* aber so war es leider wirklich). Pad,meine Chefin entschied sich fuer mich ,weil ich flinker und besser als Ines arbeitete, was mich natuerlich in eine bloede Situation brachte, da ich mich mit ihr wirklich gut verstehe. Aber auch das haben wir zum Glueck friedlich regeln koennen. Da sie schon 2 Wochen zuvor in dem Cafe gearbeitet hat, entschied sie sich weiterzuziehen und mir den Job zu ueberlassen.In dem kleinen Cafe bestellt und bezahlt man seine gewuenschten Sachen gleich an der Theke und erhaelt eine Nummer ,zu der ich dann geschickt werde und das Essen servieren muss.Nun werde ich bis zum 25. September hier bleiben und ein wenig Geld verdienen.Leider kann ich nicht jeden Tag arbeiten,da die Bar nicht immer so gut besucht oder wie die Leuts hier sagen “busy” sind.

                                                  

 Naja, freie Tage fuer mich um Kerikeri zu durchstreifen und neu zu entdecken…Aber ich muss sagen,dass das nach 3 Tagen auch langweilig wird, wenn man dann schon alles gesehen hat.

Trotzdem! – Freie Zeit fuer einen kleinen Spaziergang durch einen tropischen Wald mit riesigen Baeumen, die ca. 30 m hoch sind – einfach unglaublich! Alleine entdeckte ich eine niedliche Kirche “St. James”, in der ich einfach mal die Ruhe und Stille des Ortes geniessen konnte. Danach besuchte ich das”Kemp und das Stone House”, die an einem malerischen Hafen liegen und die zwei aeltesten Haeuser Neuseelands sind. In dem Mission House (Kemphouse) hielt um 1832 James Kemp Gottesdienste und unterrichtete Maori-kinder in seiner Landessprache. Heute kann man die Originalmoebel aus der Zeit besichtigen…ganz huebsch gemacht, finde ich! :)

Das Stone House (Steinhaus) direkt naneben wurde 1832-1835 errichtet und diente damals als Laden fuer Werkzeuge und andere Handelswaren.

Desweiteren habe ich mir das Rewa’s-Village ,ein nachgebautes Maori-Dorf (kainga), wie es vor der Ankunft der Europaer ausgesehen haben mag, angeguckt. (Dazu eine Maori-Holzschnitzkunst auf meiner Fotoseite). Man findet dort Strohhaeuser, Feuerstellen, Kajaks und hat somit einen guten Einblick in das taegliche Leben der Maori.

Gestern hab ich mich das erste Mal in einen Gottesdienst von Methodisten in Kerikeri gewagt. Kaum als ich mich gesetzt hatte ,wurde ich auch schon gefragt, woher ich denn kaeme. Ausser mir sah ich leider nur aeltere Leute und 5 Kinder um mich herum ,die Jugend war gar nicht vorhanden.:( Gleich bei der Begruessung wurde ich von der Leiterin als” special guest from Germany” willkommen geheissen. Peinlich,wenn ploetzlich alle Augen auf “Die neue Fremde” gerrichtet werden – aber ich finde, im Grunde genommen total lieb,dass sie da an mich gedacht haben! Es war ein Fruehlings-Anfangs Gottesdienst und alles war wie zum Erntedankfest mit Obst und Blumen am Altar geschmueckt. Zwei Frauen hielten eine Einleitung ueber die Positionen und Aufgaben in der Gemeinde (genau das richtige Thema um einen Einblick in die Gemeinde zu bekommen) und stellten dies mit einem anfangs leeren Blumentopf ,der sich nach und nach mit immer mehr unglaublich faszinierenden Blumen fuellte und letztendlich einen wunderschoenen Strauss praesentierte, dar. Danach wurde ich noch zu einer Tasse Tee und ein paar Keksen eingeladen und alle kamen freundlich auf mich zu und fragten mich aus. Es ist schon toll,wenn man weiss, dass auf der ganzen Welt Menschen da sind,die an Gott glauben und man so herzlich aufgenommen wird und man sich heimisch fuehlen kann.

So, ausser kulturellen Beschaeftigungen verbringe ich meine Zeit in der TV-Lounge mit Leuten aus verschiedensten Laendern zusammengewuerfelt (England, Korea, Israel,Australien und Deutschland) und gucke mir teils interessante DVD’s wie “The Warrior” (ein Film ueber die Maori in Neuseeland) ,aber auch teils langweilige Filme an. Sonst verbringe ich meine Zeit mit Essen kochen (am besten etwas, was schnell zuzubereiten ist und satt macht) und mit Plaenen schmieden wie es in den naechsten Wochen weiter gehen soll.

 

Die Baeuerin

 

Baeuerin Anne!

 Hi ihrs,

nun ist es soweit

ich habe endlich zeit!

ein zweiter Bericht folgt

nicht gezwungen- gewollt!

 

ok, werde nicht meinen ganzen bericht dichten. den Rest erzaehle euch so!

 Arbeit auf der Farm fuer Essen und eine Unterkunft (ohne einen einzigen Cent auszugeben)

Am 31.08.2006 ging es am Morgen von Paihia mit dem Bus nach Kerikeri (ich weiss, das sind immer komische Namen- entweder heissen die Doerfer Kawakawa,Kerikeri…Kaffkaff oder was weiss ich..:)) Dort angekommen,musste ich ca. 3 Stunden darauf warten ,dass ich von dem Farmer der Wwofing-Familie “Henderson” abgeholt werde. Im Auto von ihm ,dass mich Abseits von Kerikeri, weit weg von der Zivilisation brachte, erzaehlte er mir viele interessante Dinge ueber Pflanzen,Baeume und Tiere von Neuseeland. Er wusste echt alles: welches Land (z.B. Australien, Japan oder Schottland) welche Pflanze eingeschleppt hat bis hin zu historischen Gegenden und deren Geschichten ,die wir durchfuhren. Auf der ueber 20 Hectar grossen Farm, in der Naehe von dem Dorf “Rawene” begruessten mich Linda (Die Farmerin), ihre Mutter (eine alte Grossmuddi, die noch voll fit drauf war), 2 Wwoofer (eine Saechsin (Laura), mit der ich mir eine Woche ein Zimmer teilte ,einer Japanerin (Sachika)- [gesprochen: Zaschika]), 3 Hunde und 3 Katzen. Die Familie wohnt in einem grossen ,alt eingerichteten Landhaus, mit einem kleinen Anbau ,in der sich ihr Box market (Shop) befindet. Dort verkaufen sie taeglich (hab aber in der Woche aber nicht so viele Costumers gesehen) selbst gepflanzt und gepflueckte Orangen, Kuerbisse (Pumkins), Birnen, weisse Rueben (Swedes) und noch viele andere Kohlsorten ,die ich alle nicht kenne und selbst hergestellter Seife. Alles wird hier durch Sonnen- und Windenergie betrieben und gemanaged. Deswegen wird hier etwas sparsamer gelebt und jeder muss darauf achten nicht das Wasser so oft laufen zu lassen, nicht so lange oder zu oft zu duschen oder zu oft warmes Wasser zu verwenden. Das ist gar nicht zo einfach,weil man in Deutschland oft aus reiner Routine z.B. den warmen Wasserhahn zum Haendeabwaschen aufdreht. Naja, aber auch daran kann man sich mal eine Woche gewoehnen und sich anpassen. Ich bin eigentlich nach Neuseeland gekommen mit der Hoffnung Englisch zu lernen und mal keine Deutschen zu treffen, aber nun hatte ich schon wieder eine Deutsche um mich herum. Aber in der Familie wurde es so gehandhabt ,dass alle Wwoofer untereinander Englisch reden sollen, sodass keiner ausgeschlossen wird. Somit konnte ich mein Deutsch fuer eine Woche verbannen und mich auf die Englische Sprache konzentrieren. Aber ich muss sagen, dass ich in der Woche mehr mit den Wwoofern als mit der Family English geredet habe. D.h. (die meisten von euch kennen das ja) “Taizeenglisch”- man spricht Englisch,so gut wie man es gelernt hat und lernt aber nicht wirklich mehr dazu. Man uebt sich hoechsten im Reden, ist sich jedoch unsicher, ob man richtig spricht. Ich muss auch sagen, es wirklich schwer Japanisch-Englisch zu verstehen da muss man sich richtig konzetrieren. Aber in der einen Woche habe ich schon viele Vokabeln aus der Kueche, dme Garten und Feldgeraeten..etc. dazugelernt. Und dadurch ,dass ich der Familie oft beim Miteinander-Reden zugehoert habe, kann ich die Anderen nun leichter verstehen. Neuseelaender haben auch einen ganz anderen Akzent als die Briten oder Amis- sie reden sehr schnell, nuschelig, aber sie betonen die Woerter ganz anders. Das klingt unglaublich- Da macht es einem richtig Spass zuzuhoeren. Zu meiner Freude entdeckte ich im Wohnzimmer ein altes verstimmtes Klavier, das keiner in der Familie mehr benutzte. Leider hatte ich nicht so oft die Zeit zum Spielen, da ich soviel arbeiten musste. Aber das was ich noch auswendig konnte (Amelie, Lord of the Rings), konnte ich hoch- und runter Klimpern. So, mein Tagesablauf lief folgender Massen (I’m sorry – es gibt hier leider kein “SZ”) ab: 7:30 Fruehstueck (Do it yourself) , d.h. Kellogs, Toast + Peanutbutter + Jam (sehr zu empfehlen!) 8:00 alle Tiere fuettern ,die es gibt + Arbeit 10:00 Teatime 10-14:00 Arbeiten 14:00 Lunch (das bestand nur aus ein paar Sandwich, warme Mahlzeiten gab es immer erst am Abend) 14-16:30 entweder noch mehr Arbeit oder freie Zeit danach noch mehr FREETIME! Die Tiere fuettern (d.h. Huehner, Turkeys, Ducks (muscovies, Cumbles), Schafe, Kuehe, Ganse, Ziegen) war immer eine komplizierte Aktion. Am Anfang zumindest. Mit vier Eimern voller gekochtes Gemuese und Trockenfutter zottelten wir ueber die Farm von Kaefig zu Kaefig und verteilten das Essen. Jeder Wasserbehaelter und Essensnapf musste taeglich geputzt werden und jede Tiergruppe bekam eine andere Menge Futter, das wir alles auf einem langen Zettel zustehen hatten und richtig zuordnen mussten. Ohne den, haetten wir das sicherlich nicht geschafft! Aber Tiere fuettern klingt irgendwie so einfach, denkt man (ich zumindest)! Aber schafft mal gleichzeitig den Huehnern ihr Essen zu geben ohne das dir eine Ziege andauernd (nach Futter suchend) den Kopf in den Eimer steckt und ohne das die ganzen Viecher ihren Kaefig verlassen. Naja, mit einigen Tips und Tricks lief auch das reibungslos ab. Die weitere Arbeit bestand meisten aus Feldworking. Das was ich am meisten hasse, musste ich fast jeden Tag einmal ein paar Stunden durchhalten. “Weeding” (bitte nicht mit “Wedding” zu verwechseln -schoen waers!), d.h. auf Deutsch “Unkraut jaehten”. Also @ Peetzseestrasse 5- ich habe jetzt ein bisschen mehr Erfahrungen in Unkraut jaehten gesammelt. Wenn ich wiederkomme ,wisst ihr wozu ihr mich verdonnern koennt. ;) Von unglaublich vielen Feldern mussten wir Grasbueschel, Unkraut oder Sonstiges entfernen und aufm Kompost bringen. Und ich hatte das Gefuehl ,dass die Arbeit seit Monaten von keinem Anderen mehr gemacht wurde. Und als es fast so aussah als haette man alles geschafft, entdeckte man immer wieder ein neues Feld hinter der naechsten Hauseecke, was neu bearbeitet werden musste. Naja, so schlimm war das alles nun auch wieder nicht. Wir durften auch neben des Weedings neue Kohlkoepfe einpflanzen und waessern (auch das geht ziemlich auf den Ruecken), die Terasse fegen,Eier aufsammeln (Turkeys legen auch Eier,die man essen kann- das wusste ich gar nicht!) Salate waschen, Gras cutten, Stoecker aufsammeln und zum Hoehepunkt der Woche beim Schafe scheren zugucken. Zu dem Event wurden alle Schafe eingefangen und ein extra Schafecutter rasierte die Schafe mit einem elektrischen Schneidegeraet bis auf das letzte Wollhaar. Danach aehnelten sie eher Ziegen als einem Schaf mit fetter kuscheliger Wolle.Die kleinen 6-woechigen Laemmer blieben zum Glueck unversehrt!

 

Neben der anstrengenden Arbeit goennten wir uns auch einiges Entertainment wie zB. mit englischen DVD’s gucken (“The Passion”,”Phantom of the Opera”, “Sound of Music”), mit englischem Scrabble + 4 Woerterbuechern auf dem Tisch, Canaster (natuerlich von einer Odoj wieder mal beigebracht) und Gespraechen ueber Gewohnheiten, Kulturen in Neuseeland ,sowie auch in Japan und dem Glauben. Vor der koestlichen Mahlzeit (Mexikanisch, Franzoesisch doer auch mal Englisch) wurde auch immergebetet. Da fuehlte man sich da schon wieder fast heimisch und geborgen. :) Nach einer Woche easy-living ohne Internet, Empfang auf dem Handy und keiner taeglichen Dusche, machte ich mich leider ohne Aussicht auf eine neue Arbeit (hab viele Farmen aungerufen,aber ohne Erfolg!) auf dem Weg nach Kerikeri. So begann ich gestern mit sogenannten “Doorknocking” in Cafes ,um einen Job zu finden. Nun wohne ich schon seit zwei Tagen auf der Hone Heke Lodge (Backpacker Hostel) zusammen mit einer Deutschen aus Hameln in einem ziemlich luxieroesen Zimmer mit Kuehlschrank, Besteck, Toepfe und einem Tisch. Doch es ist hier nicht so einfach einen Job zu finden, denn jeder (und hier gibt es Massen von Deutschen und Koreanischen, Japanischen Backpackern) sucht nach Arbeit, um Geld zu verdienen. Aber ich werde warten und hoffe auf einem Anruf aus einem Cafe. Ich haette mich beinahe fuer das Zitronenpfluecken entschieden. Doch als gestern jeder sein Geld Cash auf die Hand bekam und alle ziemlich geschockt waren als sie nicht das versprochene Geld in der Hand hielten fuer das sie zwei Wochen hart gearbeitet hatten und etwas hintergangen worden waren, hab ich mich doch lieber entschlossen,das nicht zu machen. Sonst waere ich spaeter noch im Minus mit meinen Geld gelandet, da man ja fuer die ganze Zeit auch sein Hostel und Essen bezahlen muss. Nichtsdestotrotz mache ich weiter und lasse den Kopf nicht haengen. Mal gucken ,was ich in der naechsten Woche vielleicht finden werde. Ich bin aber nicht nur auf Arbeitsuche ,gestern habe ich mir auch ein bisschen Kultur gegoennt und bin mit Ines,die aus meinem Zimmer einen 1 1/2 h langen Track durch einen kleinen Regenwald zu den Rainbowfalls gewandert, der sich wirklich gelohnt hat. Der Wasserfall war ca. 30m hoch und ist somit mein groesster ,den ich je gesehen hab (@ Maria: ich weiss, die Wasserfaelle, die du am Laenderdreieck in Brasil gesehen hast, waren viel groesser!). Egal, waren halt trotzdem super schoen! Heute werde ich mir noch ein nachgebautes Maoridorf angucken und den restlichen Tag geniessen! Ich druecke euch alle ganz lieb! Anne

September

“hallo ,mir gehts gut”

 

ich habe wieder internet und lebe nicht mehr auf der farm. aber naeheres gibt es im nachesten bericht. jetzt habe ich auch wieder mehr moeglichkeiten und mehr zeit euch etwas zu erzaehlen. es freut mich ,dass ihr hier alle auf der seite seid und mal was reinschreibt. schoen euch zu hoeren. bin gerade in kerikeri auf arbeitsuche und ich hoffe ,dass ich ne arbeit in einem cafe finden werde. bis denn! greez die gemeinde und den rest der welt!

 

Anne

Marias Brasilienbericht #6

Olinda – Wie schön!

So heisst der Ort, an dem ich jetzt bin. Ich wohne bei der Familie von Carolina, einer Brasilianerin, die ich in Hamburg kennengelernt habe. Sie wohnen in dem schönsten Haus der Stadt. Es ist weiss gekalkt. Die Türen und Fenster sind blau gestrichen und der ganze Fussboden besteht aus alten portugiesisch gemusterten Fliesen. Überall gibt es kleine gemütliche Ecken mit Krams von Indiokulturen und Indien. (nicht verwechseln, zweite hat die Mutter nämlich mal bereist). Das meiste hat auch Carolinas Mama gesammelt. Sie arbeitet mit Kulturen, die am Aussterben sind. Wie interessant! Sie hat sich besonders auf die Kultur des Maracatú spezialisiert, da die Eltern ihres Mannes noch von dieser Kultur abstammen. Sie sammelt Lieder, versucht Riten zu verstehen und fördert Feste und überhaupt die Kultur des Maracatú. Sie ist mit dieser Arbeit nicht alleine. Es ist hier sozusagen Trend unter den Künstlern, sich mit ihren Wurzeln zu beschäftigen. Bands musizieren mit altertümlichen Instrumenten und singen über ihre Geschichte. Der Maracatú ist die Kultur der Stämme auf den Zuckerrohrplantagen in Bahia. Eine schon vermischte Kultur: Hier arbeiteten Schwarze und indigene gefangene Gruppen zusammen. Sie hielten zusammen wie Familien, denn ihre eigenen waren oft auseinander gerissen worden. Hier entstand auch der Capoeiratanz, der ursprünglich zur Verteiligung gelernt wurde. Maracatú bezeichnet die Zeit des Karnevals, eine Ausnahmezeit des Rausches und der Feier. An den Tagen ziehen die ernannten Guerreiros (Krieger) der “Familie” aus, um in Kostümen und mit viel Musik eine Runde um die Plantagen zu drehen. Wenn sie dabei auf andere Krieger treffen kommt es zu einem gespielten Kampf, der aber mehr als Spiel gemeint ist. Heute war ich mit Katrin in Olinda, dem alten Dorfkern der Stadt. Hier sind alle Häuser bunt und es gibt unglaublich viele Ateliers. Die meisten Bilder zeigen die Farben des Karnevals, der bunten Häuserfassaden und die schönen Mädchen der Stadt. Man muss sich daran gewöhnen, dass man an jeder Strassenecke mit Oh linda! (Hey Schöne!) angesprochen wird, dass ist hier der Running Gag…ich kauf es ihnen einfach nicht ab, wo sie doch soviele schöne Brasilianerinnen haben, dass sie bei einem dunkelblonden Haar sich zu solchen Äusserungen hinreissen lassen :D . Es ist, als ob die ganze Kultur Brasiliens sich hierher verkrochen hat. Sonst haben wir immer viel Mainstream und alles immer ganz praktisch eingerichtet gesehen. Aber nie etwas schönes, was verträumtes, was künstlerisches. Hier dagegen ist VON ALLEDEM DREIMAL SOVIEL!Maracatú
Wir trafen schliesslich in Olinda auf eine Maracatúgruppe, oder besser gesagt eine Faschingsgruppe, die das nachgespielt hat. Alle trugen weite rot-grüne Kleidung aus Samt und einfachen Stoffen, verziert mit Goldbrokaten. Es gab ein König und eine Königin, sowie eine Trommlergruppe, die Krieger darstellten. Einer sang vor und schon befanden wir uns mitten in dem farbigsten Treiben: dam dam damm, zazazazazaza- echt super. Macht supergute Laune. Sie zogen die Strasse entlang, vorbei an Strassenverkäufern die Ketten aus Samen und Perlen, Taschen, Wasser, Coca Cola, gehäkelte Tischdecken, Ledersandalen, Armbänder, Olinda in Miniaturformat, Bilder und vieles mehr lauthals verkauften. Ich mag den Trubel sehr…ich mag nur nicht das angesprochene Subjekt sein, das kaufen soll ;) .Olinda!
Olinda ist wieder ein Ort, in den ich mich verliebt habe. Ich hoffe, ich konnte euch ein bisschen einen Eindruck von der Stadt auf dem Hügel vermitteln. Da liegt sie nämlich, wenn man ganz oben bei der Kathedrale steht, dann kann man die ganze Stadt wunderschön überblicken und dahinter das türkisfarbene Meer.

August

hi ihr,

ich hab es endlich geschafft an eine internetstelle ranzukommen, wo es billiger ist. naja, ich zahle 5 euro fuern ganzen tag. aber im anderen backpackerhostel wo ich war hat das 50  cent fuer 10 minuten .da konnte man gar nix schaffen. also ich bin in new zealand erstmal gut angekommen. ich war total ko.  ich bin 10 stunden nach bangkok geflogen und hab dort einen 2 stuendigen aufenthalt gehabt. da war ich noch ganz munter und hab auch ca.5 h stunden im flugzeug geschlafen,aber dann nach sydney warens nochmal 10 h. da konnte ich dann gar nicht mehr. als ich dann aufm sydener flughafen zum gate 8 sprinten musste ,weil mein flug in 15 ging, hab ich mich nur noch in den sessel zurueckfallen lassen und bin 2 stunden eingeschlafen. so ne doofe kiwimutti hat mir mein fensterplatz weggenommen, somit konnte ich bei der ankunft nur die haelfte von der supergruenen landschaft sehen. naja,aufm flughafen hab ich erstmal nach einem bus gesucht und hab auch gleich einen gefunden. ich hab mich gleich gefreut,dass der nichts kostet und das ich gleich losfahre. bloederweise war das ein interairplane express. das heisst der fuhr einmal gratis um den flughafen rum. na toll. da stand gar nix dran. naja, hat keiner bemerkt. als ich dann 13$ fuer den richtigen bus bezahlt habe, bin ich auch ganz netten kiwi busfahrern begegnet ,die mir gleich die tasche abgenommen haben und mir die station angesagt haben,wo ich aussteigen muss. gleich an dieser station war dann auch der riesen wolkenkratzer- das backpackerhostel. dort angekommen bin ich erstmal in einem 4er zimmer im 9. stock gelandet. dort traf ich auf zwei deutsche und spaeter noch einem maedchen aus korea. mit sophie ,einem maedchen aus hannover hab ich mich am besten verstanden (warum? christ! :) das ist immer ein zufall, dass man sich mit denen am besten versteht). naja, als ich meine ersten mails getippt habe,war mir erstmal so schwindelig,das ich mich zwei stunden hinlegen musste. ich hatte noch immer dieses auf und ab gefuehl des flugzeuges. und ein riesen jetlag. ich weiss nicht. das ist echt komisch. ich bin ca. 1 1/2 tage geflogen. aber fuer mich warens drei . weil ich schon allein im flugzeug zwei naechte verbracht habe. aber die zeitspanne zwischen der 1. und der 2. nacht betrug nur 6 h. und ich war trotzdem muede. naja, abends war ich dann mit den meadels bei mc donald noch schnell essen und dann hab ich auch 10 h durchgeschlafen. am neachsten morgen hat mir sophie eins von ihren kostenlosen backpacker-fruehstuecken angebotenwas ich superlieb fand. hier gibt es entweder ein einheimnisches breakfast (bacon, egg, und das andere ecklige) und ein continental breakfast (cellogs, tea, jogurt, toast mit salziger butter). ich hab dann doch lieber das continental breakfast genommen. danach hab ich mit dem organisieren begonnen. erst hab ich mir ein konto eingerichtet- das auch nicht gerade einfach war. weil die neuseelaander unheimlich schnell reden und es aber langsam versuchen. aber ich denke ,dass ich alles verstanden habe. zumindest hab ich jetzt ein konto. aber ich muss sagen,der neuseelaendische akzent ist sowas von geil. die ziehen die vokale so lang. das ist das beste englisch was mir je begegnet ist. danach hab ich mir eine sim -karte fuers handy gekauft. dass heisst ihr koennt mich anrufen. *neinnein* aber ich kann die arbeitgeber anrufen. das ist echt praktisch. dann musste ich noch eine steuernummer beantragen,die ich aber leider erst in 8 tagen bekomme. somit muss ich mir bis dahin noch eine familie suchen, bei ich erstmal so wohnen und arbeiten kann. es gibt hier sogenanntes wwoofing. man kauft sich ein buch mit kontaktanzeigen von familien und kontaktiert die dann per telefon oder mail. bis jetzt hab ich eine antwort von einem buddhisten bekommen, der morgens im wohnzimmer betet und meditiert. aber mal gucken, ob ich dem wirklich zusage. waere ja ganz lustig. :)
ja, da sophie schon eine familie in tupai gefunden hat ,hab ich mich entschlossen mit ihr in den norden zu reisen. ich muss sagen ,dass war relativ spontan. aber mir hat es in auckland nicht so gefallen. erstens zu stressig und 2. zu teuer. also rein in den bus- mit meinem flexipass von joa und in 3 stunden waren wir auch schon in whangarei (koennt ihr ja mal auf der karte nachschaun). die fahrt dahin war schon unglaublich. ich muss euch sagen,es ist wirklich wie im film und ich koennt mir vorstellen ,dass legolas gleich aus so einem gruenes waeldchen mit pfeil und bogen rausspringt. manman, gruener kann das land hier gar nicht sein. das ist der wahnsinn, gruene huegel ,berge. rechts der pazifik mit lauter kleinen inseln und lauter fluessen. die landschaft ist hier eine mischung aus tropen und deutschem mischwald. lauter palmen und baume,die aussehen wie palmen, aber farne sind. die farne sind ca. 4 m hoch und haben oben sone lustigen kringel. davon werde ich dann spaeter noch ein bild knipsen. diese baeume sind auch das wahrzeichen neuseelands wie die kiwis.ja, wir wollten in dem ort bleiben,  aber das hostel dort war uns etwas unangenehm,da uns ein besoffener bloed angequatscht hat. somit sind wir wieder abgehaun. da der bus zum neachsten ort erst am neachsten tag fuhr,haben wir uns entschlossen zu trampen(hitch-hiking). also sind wa runter zum motorway (und da ich schon mal in deutschland getrampt bin ,war ich mir nicht allzu unsicher) wir haben unseren daumen rausgehalten und als nach 10 minuten noch immer keiner anhielt,haben wir uns ein schild gebastelt auf dem paihia draufstand. kurz danach rief uns eine kiwifrau von hinten zu, dass wir zu ihr kommen sollten. sie hatte mit ihrem auto 100 m weiterweg gehalten und hat uns mitgenommen. zusammen mit einer anderen maorifrau und einem suessen kleinen kind sind wir bis nach kawakawa gekommen. ein ort vor paihia. das war echt lustig. das auto fiel fast auseinander. die fenster waren nicht mehr dicht, aber die eine hatte dafuer einen dvdplayer aufm schoss und guckte sich einen film an. auf der fahrt habe ich leider meinen ersten kiwi gesehen- tot auf einer strasse. ein schlechtes omen. so wollte ich nicht meinen ersten kiwivogel begegnen. naja, ich werde bestimmt auch noch lebendige sehen. in kawakawa (ein winziges kaff)- wir habens kaffkaff getauft. dort haben wir zufaellig die toilette von hundertwasser entdeckt. ich war so ueberrascht-ich wusste gar nicht ,dass er hier seine letzten jahre verbracht hat.  das eingangstor vom dorf war auch mit den typischen saeulen von ihm gebaut.  echt fazinierend. da es leider schon dunkel wurde, stellten wir uns schnell wieder an die strasse und dann hielt auch schon kurze zeit spaeter ein mann an,der uns bis nach paihia fuhr. er war ganz nett, er fuhr sehr schnell und das war uns etwas unheimlich. was einem auch angst macht ,ist das die neuseelaender ihre autos von innen verriegeln ,wenn sie auto fahren. naja, aber das ist hier so ueblich.
paihia liegt in einer bucht am pazifik und ist ein touri-dorf bestehend aus zahlreichen  backpackerhostels. hier kann man dann dolphin-watching/ swimming / kayaking/ helicopterflying oder sonstiges machen!
das backpackerhostel ist ganz bequem- hier hat man seine eigene kueche, kann kochen, fernsehgucken und chillen. was ein bissl doof ist ,dass hier nur deutsche backpacker rumrennen,aber vielleicht ist das fuer den anfang ganz ok.da kann man sich ganz gut austauschen.
heute war ich am strand muscheln sammeln. fuer die neuseelaender ist das bestimmt nichts besonderes. aber die muscheln hier sind echt unglaublich. lauter perlmutmuscheln und sone verschoerkelten . ich hab mir erstmal ne kleine tuete mitgenommen. ansonsten ist das wetter hier sehr wechselhaft fuern winter. wenn die shells.wenn hier die sonne scheint, kann man mit t-shirt rumlaufen und wenn der windblaest ,braucht man ne fette fliesjacke und noch eine drueber. aber wirkliches winterwetter ist das hier nicht.
heute werde ich noch einen tag hier bleiben und mich um eine familie kuemmern oder vielleicht kann ich hier im hostel putzen ,um kostenlos zu uebernachten. mal schaun! ich druecke euch ganz lieb!

Anne

Marias Brasilienbericht #5

Ich bin in Natal. Das bedeutet Weihnachten. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, wenn man am Eingang der Stadt den drei heiligen Koenigen und dem Stern von Bethlehem begegnet. Natal ist die Touristenstadt. Allerdings weniger der auslaendischen Touristen, nee, die sind alle in Rio. Hierher kommen die Brasilianer, um sich die Sonne auf den Pelz scheinen zu lassen. Es gibt ja so traumhaft schoene Straende hier. Wie man sich Brasilien so vorstellt, so ist es hier. Und noch schoener.
Meine beiden schoensten Erlebnisse hier:
Tauchen.
Mit der Touristenagentur Brasil-Verde kommt man zum Strand von Macarajú. Von dem etwa 40jaehrigen Guide gefuehrt, der sich einfach nur Gaúcho nennt, kommt man hier an einen Strand an dem es nur hellen feinen Sand gibt und Cocospalmen. Die Luft ist ganz salzig und die brennende Sonne spuehre ich gar nicht, weil der Wind so stark weht. Wir steigen in ein Motorboot und fahren mit ueber 80kmH zu einer Plattform im Meer. Ein Mordsvergnuegen, dasss ihr unbedingt mal ausprobieren muesst: die Wellen heben das Boot an und lassen es mit einem Platsch wieder fallen, so dass alle nass warden. Das kribbelt im Bauch! Ein kleines Maedel auf dem Boot meinte verwundert: Mama es regnet. Wir warden mit Taucherbrillen und Schnorcheln versehen. Es herrscht reges Treiben auf der Plattform, auf der sich ungefaehr 10 dunkelhaeutige Tauchlehrer und 40 Touristen befinden samt Kindern. Ich suche mir schnell eine Treppenstufe und ein paar kraeftige Zuege spaeter ist es still um mich. Ich setze meine Taucherbrille auf und versuche durch den Schnorchel zu atmen..was erstmal in einem Hustenanfall endet: Salzwasser aergs!
Ich schaue unter Wasser und staune: unter mir befindet sich ein riesiges rotes Korallenriff aus. Das Wasser ist ungefaehr 6 m tief, ein Meer aus weissen Sand liegt unter mir. Dann tauchen sie auf, die Fische. Erst ein Tigerentenfisch, gelb Schwarz gestreift. Dann grosse Blaue, welche die die Farbe ihrer Umgebung angenommen haben: durchsichtig, rot wie das Riff und beige wie der Sandboden. Ploetzlich fahre ich erschrocken zusammen (nein, kein Hai), ein Taucher mit Flasche taucht vor meinen Augen auf und formt mit Daumen und Zeigefinger ein O fuer OK. Dann verschwindet er. Der schoenste Fisch war wohl ein schwarzer mit kleinen weissen Punkten und gelben Flossen. Ganz begeistert und voellig verfroren klettere ich auf die Plattform zurueck. Kaum habe ich mich in mein Handtuch gewickelt stuerzt ein Tauchlehrer auf mich zu und labert mich zu: ob ich mit Flasche tauchen wolle. Ich weiss genau, dass der Spass nochmal 30 Euro kostet und lehne dankend ab. Er belabert mich weiter, dass wir uns doch gerade unter Wasser getroffen haetten und ich doch so toll tauch koennte…ach so, na dann, denke ich mir und hoere gar nicht zu…bis ich mitbekomme, was er von mir will. Es wuerde ihm eine Freue machen mit mir eine Runde zu tauchen, quasi um mir eine Freude zu machen. WAS!! Ich mit Flasche, aber nie gemacht, Angst. Ich will nicht, da fragt er mich nach meinem Namen. Ich nenne ihn, er schaut mich an und sagt: Los Maria, trau dich! Ein zaghaftes Nicken spaeter habe ich Taucherflossen an den Fuessen, eine Sauerstoff(f)lasche auf dem Ruecken und einem Schnorchel im Mund. Langsam atmen blaeute er mir ein, sonst verschluckst du dich. Ahhh. Was soll ich sagen? Ich musste mich nur mit dem Atmen beschaeftigen, er fuehrte mich und meinen Blick. Ein Schwarm blauen Fische kam auf uns zu. Wahnsinn. Zum Schluss knieten wir uns unter Wasser auf den Boden und machten Lockbewegungen mit den Haenden und im Nu waren wir von Tausend kleinen gelben Fische umschwaermt die wohl dachten es waere Fuetterung. Sie stupsten an meine Haende und umschwirrten uns so, dass das ganze Wasser in Bewegung war. Puh. Danach sass ich auf dem Deck und merkte erst beim Zweiten Rufen, dass es zurueck gehen sollt. Ich schwebte vor Glueck.
Chaipirinha.
Mit dem Bus bis Tapatinga, dann bis zum Kreisverkehr, die Strasse zum Strand runter das dritte Haus rechts…da wohnt Shírley. Eine 40jaehrige Brasilianerin mit ihrer Mutter und ihrer Schwester. Aber nur zum Wochenende, denn es ist ihr Ferienhaus am Strand. Ich werd richtig neidisch, als ich am Strand stehe und beobachte wie die Wellen sich an den vorgelagerten Steinriffen brechen. Hier ein Haeuschen haben, ohhh.
Auf dem Hof ihres Hauses angekommen und die Badeklamotten zum trocknen aufgehangen bekommen wir eine eisgekuehlte Cerveja (Bier) in die Hand gedrueckt. Neben uns befinden sich hier noch 5 Maedels in unserem Alter und 5 Jungs allen Alters. Das ist mein Cousin, Nichte, Onkel, Kumpel, Arbeitskollege…alle sind braungebrannt, wenn das bei der dunklen Haut noch geht. Alle wirken so, als wuerden sie viel feiern und wissen wo das Leben abgeht. Einer traegt ein Armband aus Krokodilhaut: Klar ist es verboten sie zu toeten, meint er auf eine Nachfrage hin, aber hey, das sieht doch keiner. Hier hinten im Sumpf gibt es auch welche. Auf meinen erschrockenen Blick hin meint er belustigt: die kommen aber nicht auf die Terrasse. Na wie beruhigend. Dem Hof angeschlossen befindet sich ein grossen Sumpf mit vielen unbekannten Planzen, umringt ist er von dutzenden Cocospalmen: WOAH. Das Armband bekomme ich fuer ein Foto geliehen, ein Zahn von dem Aligator ist auch dran. Geschossen hat er ihn aber nicht selber. Pah, zugetraut haette ich es dem Mittvierziger, der eine grossen verspiegelte Sonnenbrille traegt und jetzt um die Mittagszeit mindestens schon 3 kurze Pitú und reichlich Bier getrunken hat. Es wird ein lustiger Nachmittag. Ich stele meine Chaipimachkuenste unter Beweis und zur Belohnung zeigt einer der Jugendlichen, wie er auf die naechstgelegene Cocospalme mit blossen Fuessen klettert. Wer´s nicht glaubt, ich hab´s gefilmt !!! Abends tanzen wir Forró im Garten oder versuchen es zumindest, dieser verdammte Rhythmus und meine deutschen Hueften wollen sich nicht vertragen. Shírley will mit uns unbedingt noch Hot Dog (Cachorro quente) essen gehen. Es ist dunkel und es gibt nur eine Saufbude in dem Dorf hier. Wir gehen alle zusammen hin und treffen auf das gesamte versammelte Dorf bei einem Bingoabend. Aber jetzt nicht mit alten Damen und viel Gekicher. Nee, mit Bier und einem GEschrei wie auf der Pferderennbahn: 31, 31, 31!!! Die naechste Zahl ist 3………2, MIST. 31, 31, 31, 31, 31. Die naechste Zahl usw. Ein Mordgeschrei. Zum Glueck hat der Initiator und Barbesitzer ein Mikro. Auch wir haben ein Zettel gewinnen aber nichts, dabei war der Hauptpreis, ne Flasche Wodka. Also ehrlich, alleine waere ich hier nie hergegangen. Die ganzen guten Ratschlaegen in den Wind geschlagen und Mitten ins Getuemmel. Aber um uns herum herrscht gute Stimmung, zwischen Besoffenen, rennen Kinder umher, eine Gruppe huebscher Brasilianerinnen lutscht gelangweilt an Lollis, ein alter zahnloser Mann mit sonnenverbrannter zerkluefteter Haut laechelt still vor sich hin- und ich…werd von einer Gruppe Maenner begafft und von einem besonders dreistem um die Dreissig mit dem Handy fotographiert. Aber erst nachdem sie mir aus Bonbonpapier gebastelte Blumen gebracht haben – als Shírley das mitkriegt dreht sie voll durch: er soll das Loeschen, sonst hetzt sie die Polizei auf ihn, que feio, que bicho, aí que COISA!!! Hóppa, da sind wir lieber nach Hause und haben un seine Telenovela angeschaut: Geschichten mitten aus dem Leben gegriffen, heisst sie. Na mir kommt das eher wie Theater vor. Oder ein Film. Morgen gehts nach Olinda (wie das Haus in Taizé) zu einer Freundin einer Freundin. Eine alte portugiesische Stadt. Entspanntes Seightseeing und noch mehr brasilianische Lebensfreude und vor allem Sonne. Ich geniesse es soooo sehr.