Daily Archives: 31. August 2006

Marias Brasilienbericht #4

Ich wurde gerade in das Buero von dem Pastor gelockt, weil der Typ von der Reiseagentur anrief und fragte, ob wir auch englisch sprechen koennen. Was wir machen? Einen 3stuendigen Ausflug in die tropische Umgebung! Ich freue mich schon dadrauf. Heute sind wir den zweiten Tag hier und es ist sooo heiss. Die Haut ist immer feucht und ich hab immer ein Glas Wasser vorm Schnabel. Eigentlich ist es nicht sehr heiss, aber die Luft ist so feucht. Unser Flug hat gut geklappt. Nur das der Flieger bei einer Zwischenstation wegen schlechter Sicht nicht landen konnte, da sind sie einfach weiter nach Belém geflogen und viele Passagieren, zB. unser Sitznachbar waren erstmal wie vor den Kopf gestossen, als es hiess: der naechste Flieger zurueck geht in 2 Tagen. Bei der Landung haben sie aber erfahren, dass die Sicht wieder freigegeben war und sie sofort zurueckfliegen koennen :D
Als wir nachts um halb 3 hier ankamen war mein erster Eindruck erstmal ein Baum, der auf dem Pakplatz am Flughafen stand auf dem an die 200 Voegel sassen und einen Mordsradau machte: war ne Art Spatzen. Das Pastorenehepaar ist sehr jung und erst seit 2 Jahren verheiratet (aber hier heiraten alle sehr jung). Sie sind sehr nett und haben uns abgeholt. :D Dann war die Batterie aber futsch und das Auto ging nicht zu starten. Das war ein lustiges Bild, wie wir zu dritt und der Pastor drinne, das Auto um 3 Uhr nachts angeschoben haben. Herrlich.. Hier haben wir unser eigenes Zimmer mit einem Ehebett. Das ganze Haus besteht aus dunkelbebeizten Holzbretter. Sieht schoen aus. Und in der Kueche gibt es kein Fenstergals, nur ein Gitter wegen der Hitze! Manchmal regnet es schon rein, meint die Pastorsfrau. Eigentlich sollten wir gestern ja an einem Jugendtreffen der martin lutherischen Gemeinde hier teilnehmen, aber wir wollten lieber die Stadt sehen. Jovianne, eine kleine Frau Ende 30 mit indigenem Aussehen erklaerte sich sofort bereit mitzukommen. Und dann ging es los: ich kann wohl sagen, dass ich an dem einen Tag einen Gesamtueberblick ueber Belém bekommen habe. Jovianne hat uns in ihre Wohnung mitgenommen und verschiedene Fruechte fuer uns gekauft. Azerola (kleine Kirschen), Abacate und etwas wo ich den Namen vergessen habe, was aber lila war und eklig schmeckte. Ihre Wohnung ist aermlich: kein Anstrich von innen, kein Teppich: nur Moebel in deinem Steinhaus und Voerhaenge um die Zimmer abzutrennen. Aber das scheint normal: es sich schoen zu Hause zu machen, darauf legt keiner Wert und darin wird auch nur selten investiert. Investiert wird nur in das eigene Aussehen! Sie und ihre zwei Kinder waren so lieb, sie haben nur Portugiesisch gesprochen. Ganz schnell und viel und dazwischen immer wieder: habt ihr das verstanden, ohne aber das Sprechtempo zu verringern :D Wir waren im Botanischen Garten, um die verruecktesten Pflanzen und Tiere zu sehen, zB. ein Becken voller Krokodile und Schildkroeten aller Sorten und Groessen und ein Teich mit der Viktoria regina…das sind die Riesigen Blaetter, auf denen ein Kind sitzen kann. Aber auch in den Strassen wachsen immer wieder Baume mit schoenen Blueten. So exotisch wie die Natur ist, so bunt sind auch ihre Bewohner. Viel farbige Klamotten werden getragen und die Frauen und Maedchen, ja besonders eigentlich die Kleinkinder sind wie zu einem fetzigen Tanzabend gekleidet: aber ganz normal fuer den Alltag. Suess, verfuehrerisch und auf jeden Fall auffaellig. Belém ist sehr katholisch. es gibt viele riesige Kirchen hier, die mit viel Zuwendung gepfelgt und frequentiert werden. Vielleicht habt ihr schon mal die grossen Umzuege im Fernsehen bestaunt, bei denen Kreuze in grossen Prozessionen durch Strassen getragen werden und alle versuchen diese zu kuessen. Dazu im Gegensatz war gestern doch tatsaechlich ein Umzug. Loveparademaessig zogen die von Sambamusikerfuellten Waegen durch die Strassen und kamen fast nicht durch die bunte feiernde Masse. Las wir ankamen, fuhr gerade in Wagen mit als Fruen verkleidete Maenner an uns vorbei, die Faxen machten: einfach schrill sowas in einer erzkatholischen Stadt zu erleben.
Zur Kroenung des Tages waresn wir am Kai des Rio Guaná. Dort gibt es einen grossen Markt, der Ver o Peso heisst (achte auf das Gewicht). Der war leider zu, aber entlang des Kais konnten wir in einem der vielen Cafés sitzen und Eis aus tropischen Fruechten essen: ich hatte Maracuja und Cucuça, wobei das zweite schrecklich und das erste goettlich schmeckte. So viele Eindruecke musste ich abends erstmal verarbeiten. Lange sass ich mit Katrin bei uns im Zimmer auf der Fensterbank, lauschte Sambamusik, die ohne das irgendwelche Polizei irgendwo einrueckte, lautstark aus drei zwei verschiedenen Hauesern schallte und reflektierte den Tag. Das war der erste Tag auf unser 3 woechigen Reise. Mir gefaellt dieses Land so gut und kann nur empfehlen: fahrt los und schaut es euch an. Mir gefeallt das Lockere, das Froehliche trotz viel Arbeit und Not. Die Fruechte, die Pflanzen, die Farben: Hier ist das Brasilien, wie man es kennt hautnah. Ich bin aber auch froh, dass wir wie Augaepfel gehuetet werden, sowohl die Pastorsfamilie, wie auch Jovianne gestern guckten dreimal auf unsere Sicherheit bevor wir etwas machten oder etwas fotographieren durften. (Das habe ich trotzdem zur genuege gemacht). Heisse Gruesse an euch.

Marias Brasilienbericht #3

Hallo.

Heute bin ich aus Argentinien wiedergekommen. Leider waren die Tage, die wir dort waren ganz verregnet. Es hat nicht nur geregnet, es hat 24 Stunden am Stueck geblitzt und gedonnert. Naja, genug Zeit um die Familie der Kruegers zu besuchen, Matetee zu trinken und Mensch aergere dich nicht zu spielen (não fiquar bravo)…
Es war allerdings herrlich mit Mama und Papa Krueger sowie der kleinen Gabrielli stundenlang durch das brasilianische Land zu fahren. Gabi ist so aufgeweckt, dass sie fast die ganze Zeit ueber singt und einen auf brasilianischen Popstar macht. Nebenbei gab es wunderbare Ausblicke auf Huegel bebauten Landes und Sonnenauf und –untergaenge. Die Kruegers erzaehlen sich ja so gerne Schauergeschichten, wie wer aus der Nachbarschaft oder irgendwo wieder umgekommen ist. Also nach ihren Erzaehlungen wuerde ich Brasilien nie besuchen kommen :D . Schliesslich kamen wir ab den Rio Uruguay, einem rotten breiten Strom, der Argentinien von Brasilien trennt. Hier sind wir fast nicht ueber die Grenze gekommen, weil wir eine Blaukopie vergessen hatten, die wir am Flughafen bekommen hatten. Naja, der Grenzbeamte wollte es sich dann wohl doch nicht mit Deutschland verscherzen (schliesslich haben wir im Fussball gegen Argentinien ja gezeigt, wer der Stearkere ist) und liess uns passieren. Tja Argentinien kann ich folgendermassen zusammenfassen: huebsche Maenner (…keine Angst: nur zum Angucken), Teeplantagen und Forstwirtschaft und wunderbares Fleisch. Das ist es wahr was immer alle sagen: probiert mal argentinisches Rindfleisch, das ist soooo gut. Und ich bin kein grosser Fleischesser. Irgendwann wurde uns das Stadt Land Fluss spielen dann doch zu langweilig und wir sind im stroemenden Regen zum naehergelegenden Tourismuspunkt gefahren: ein Wasserfall, der sich in den gruenen Urwald stuerzte. Hier gibt es noch viel unbeschrittenes Land und Tiere, die noch keiner kennt. Meinte unser Gastgeber Jorge zumindest. Wenn hier jemand einen Baum faellt., so muss er einen neuen pflanzen. Das ist ja mal vernuenftig. Und im Gegensatz zu Brasilien scheinen die Strafen auch so zu sein, dass man die Gesetze befolgt. Es gibt hier soviele interessante Pflanzen, dass ich schon eine kleine Tuete mit allerlei Samen gepackt habe, die ich pflanzen moechte: alles Baeume mit den schoensten Blueten. Muss ich nur noch ueber die Grenze kriegen…hihi!
Heute waren wir nochmal im Kinderheim und haben die Spende abgegeben, die meine Patentante gesammelt hatte. Ein schoenes Suemmchen. Der Pastor hat sich extra Zeit genommen, sich mit uns hingesetzt und ueberlegt, wofuer das Geld im Moment am dringensten gebraucht wird.
Wir kamen auf Unterwaesche fuer die Kids, Baelle fuer Fuss- und Volleyball, ein Volleyballnetz, ein Geraet auf dem Spielplatz und Schulmaterial. Er war richtig gleucklich, dass er Freunde in Deutschland hat, denen das Projekt am Herzen liegt und die es mit unterstuetzen. Er steckt hier viel Arbeit und Liebe rein, er meint : es ist seine Mission.
Heute abend nehmen wir den Bus nach Gramado und am naechsten Tag nehmen wir den Flieger nach Belém. Ich bin etwas traurig, dass die Zeit hier schon vorbei ist. Die Krueger haben sich so riesig gefreut, dasss wir hier waren und deutsche Luft mitgebracht haben. Die beiden Toechter aus Deutschland, jaja… Auch weil sich him Kinderheim alles so verbessert hat, bin ich gerne hier und wuerde auch gerne noch viel mehr Zeit diesen Kindern opfern. Nun fuer dieses Mal wendet sich das Blatt nun dem Reisen zu und wir ziehen unsere Bikinis an: Ich druecke euch und schicke euch ein brasilianisches CHAU QUERIDOS!